Second Bandshirt
Samstag, 16 April, 2016

Flüchtlinge Willkommen

Wir heißen Flüchtlinge Willkommen- und deshalb möchten wir euch heute ein Projekt vorstellen, das nicht nur so heißt, sondern dies auch praktiziert.
Nur relativ wenige Menschen, die ihr Land verlassen und vor Krieg, Verfolgung, Gewalt oder der Vernichtung ihrer Lebensgrundlage flüchten schaffen es, die durch Hochsicherheitsmaßnahmen immer dichter abgeriegelten Grenzen Europas zu überwinden. Daraufhin werden ihre Rechte oft schon im Asylverfahren missachtet und langfristig gesehen erwartet sie soziale Schlechterstellung, vielerorts auch Ausgrenzung und rassistische Gewalt. Viel zu häufig sind auch die Unterbringungsformen für Geflüchtete unzumutbar. Überfüllte Massenunterkünfte ohne jegliche Qualitätsstandards, schlechte sanitäre Anlagen, abseits ohne Anbindung zum öffentlichen Nahverkehr, regelrechtes stapeln von Familien in Wohncontainern, keine Privatsphäre, bei Konflikten in Unterkünften mit mehreren hundert Personen ist die Lösung mehr Aufsicht und Repression…. Heißt das „Willkommen-Hier seid ihr sicher!“ ???
Drei in Berlin lebende junge Menschen haben die Initiative 2014 ins Leben gerufen, die dazu aufruft, geflüchtete Menschen in privaten Wohnungen unterzubringen. Das Projekt zeigt eine Alternative auf, nämlich Geflüchtete in WGs unterzubringen. Praktisch läuft das so ab, dass man sich als WG oder andere Wohnform, wie z.B. auch schon Familien, deren Kind gerade zum Studium ausgezogen ist, registriert. Anschließend organisiert die Plattform „Flüchtlinge Willkommen“ dann den Kontakt und einige Treffen, sodass beide Seiten entscheiden können, ob es mit dem zusammen wohnen passen könnte. Die Finanzierung läuft bisher oft über Mikrospenden, bei denen mehrere Leute monatlich kleine Beträge spenden, sodass z.B. schon die Miete für ein ganzes Jahr gesichert ist. Eine andere Möglichkeit ist es, dass die entsprechenden Bundesländer den Auszug aus Sammelunterkünften fördern und die Kosten der neuen Unterbringung übernehmen, wie zum Beispiel Berlin. Hier hilft das Projekt gerne weiter und vermittelt Infos, Ansprechpartner und Kontakte vor Ort und bleibt mit den einzelnen Wohngemeinschaften vernetzt.
Das Ziel ist eine langfristige und respektvolle Wohnlösung zu finden für Menschen, die aus verschiedenster Not nach Deutschland geflüchtet sind. Gleichzeitig geht es dabei aber nicht nur um ein Dach über dem Kopf, sondern laut des Projekts um eine neue Willkommenskultur. Diese kann zu wirklicher Integration führen, im Gegensatz zu der Form, die ausschließlich aus Slogans und Jutebeuteln mit „Refugees Welcome“ besteht. Die Wohnsituation kann helfen die Sprache zu lernen, sich gegenseitig zu bereichern und kulturell auszutauschen. Das viele positive Feedback motiviert zum weitermachen und ganz besonders die zahlreichen vermittelten Wohnzusammenschlüsse. Die große Aufmerksamkeit für das Projekt hat das Potenzial, eine Debatte anzustoßen und den Umgang mit Geflüchteten zu kritisieren.
Wir möchten euch hiermit aufrufen, auch Teil dieses Projektes zu sein. Ihr könnt Empathie zeigen und euren Wohnraum teilen und selbst aktiv jemandem das Ankommen in Deutschland erleichtern, indem ihr z.B. eure WG mit freien Zimmern anmeldet. Gleichzeitig könnt ihr mit Second Bandshirt gemeinsam spenden und so schaffen wir es vielleicht, eine eigene monatliche Mikrospende für jemanden einzurichten. Wir sind begeistert und möchten mit euch gemeinsam dabei helfen, Geflüchteten Vertrauen und Freundschaft entgegenzubringen… Und das könnte doch in einer WG-Küche anfangen.
Für mehr Infos:
http://www.fluechtlinge-willkommen.de
https://www.facebook.com/fluechtlingewillkommen

flüchtlingewillkommen